Zahl des Tages und self fullfilling prophecy
In der aktuellen Ausgabe des Brandeins Magazins steht, dass 90 Prozent der Geldscheine in Deutschland Spuren von Kokain aufweisen. Titel der Ausgabe ist „Glück, Rechnen Sie damit“. Es wird also danach gefragt, ob man Glück messen kann und wie es eingesetzt wird. Die Medien tun sich dabei relativ leicht Glück als Parameter in Ihre Werbesprüche einzubauen. Eben habe ich an der Uni einen Aushang gesehen „Meditation macht glücklich“, genauso geht aber auch „Wellness macht glücklich“, „Shoppen macht glücklich“ usw. Dennoch bezeichnen wir uns selbst oft als unglücklich oder empfinden das Glück von anderen begehrenswerter bzw. sehen uns im Vergleich unglücklicher. Fakt ist, dass Glück subjektiv ist. Das kleine Glückshormon, was wir alle in uns tragen heißt Serotonin. Serotonin wird mehrmals am Tag ausgeschüttet. Man kann es sich wie einen Film vorstellen, der sich über den Kopf ausdehnt (also unter der Kopfhaut) und wieder zurückzieht. Nimmt man nun Kokain wird verhindert, dass sich dieser Film wieder zurückzieht (keine Rückresorption) und die Ausschüttung von körpereigenen Drogen (Neurotransmitter wie Dopamin, Noradrenalin und Serotonin) wird stimuliert. Zur Belohnung gibt’ s erstmal Euphorie und tralala, aber anschließend kommen Depressionen.
Interessant dazu sind auch die in der Brandeins aufgezeigten regionalen Unterschiede. Die durchschnittlich festgestellte Kokainmenge an Banknoten in Mikrogramm beträgt
- in München: 0,4
- in Berlin: 7,8
- in Hannover: 18,2.
Zum Thema Glück wird vor allem eine Theorie hervorgehoben, die der self fullfilling prophecy – selbsterfüllende Prophezeihung. Wenn man selbst davon ausgeht, das einem Gutes passiert, dann wird es auch eintreten, genauso ist es wenn man das Gegenteilige denkt, also von etwas Negativem ausgeht. Wenn ich mir selbst also einrede, dass ich vom Pech verfolgt bin und sowieso alles schlecht ist, wird es eintreten, weil ich im Grunde Scheuklappen für etwas Gutes, Glückliches habe. Glücksauslöser (die bewirken das Botenstoffe wie Endorphine, Oxytocin, Serotonin und Dopomin ausgeschüttet werden) sind nach dem Stand der Neurowissenschaft bei Essen, Sex und nach Anstrengung wie Sport zu beobachten, was wir ja nicht 24h am Tag tun können. Deshalb ist Glück nur ein Zustand, ein Moment, genauso wie das Gegenteil Unglück, was jedoch nicht mit Elend gleichzusetzen ist. Unglück ist etwas persönliches, Elend ist greifbar, ein lösbares Problem. Glück ist heute öffentlich und das allgegenwärtig angestrebte Ziel der Menschen, wie nicht zuletzt auch in „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ von Francois Lelord beschrieben. Was man bei der Suche nicht so alles übersieht und falsch machen kann, ist dabei aus kindlich naiver Perspektive eines angesehenen Psychaters geschrieben.
Ich bin letztlich der Meinung, dass die Suche nach dem Glück der Weg sein kann, nicht aber das Ziel. Denn was tun wenn nach all der Anstrengung das lang ersehnte Ziel sich als Unglück entpuppt? Glück kommt außerdem selten allein wie auch das neue Buch von Eckhard von Hirschhausen titelt.








