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Bildungskongress der Metro AG

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Kommenden Mittwoch, am 26.08.2009 findet der Bildungskongress der Metro AG in Düsseldorf statt. Gemeinsam mit Basti Hirsch (@cervus), Melanie Unbekannt (@Literatenmelu), Melanie Gottschalk (@melgottschalk) und Hannes Klöpper (@hkloepper) werden wir an der Podiumsdiskussion mit dem Titel „Kollektive Intelligenz – was wir von der Kapuzenshirt-Generation lernen können“ teilnehmen. „Headliner“ ist Prof. Dr. Kruse (@peter_kruse), der seine aktuelle Studie über die Wertemuster von Digital Natives vorstellen wird. Wir sind zum einen ausgewählt worden, da wir uns als Natives definieren, aber was noch viel entscheidender ist: Wir beschäftigen und Bildung im Kontext Web 2.0.

  • Basti Hirsch: Open Education Bewegung // Hacking Education Projekt
  • Melanie Unbekannt: Bildungsbloggerin // angehende Lehrerin Literatur & Geschichte // Pädagogik & Schule 2.0
  • Melanie Gottschalk: kollektive Wissenskonstruktion // Maschendraht-Community Gründerin // Blog
  • Hannes Klöpper: Leadership als Voraussetzung für erfolgreiche Nutzung von Technologie
  • und ich? Was sich in der Gesellschaft verändert, darf nicht an Schule vorbeigehen! // Studium Pädagogik

Passend dazu habe ich eben ein tolles Zitat über Bildung aus dem Jahr 1973 Werner Heisenberg von entdeckt:

„Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles vergessen hat, was man gelernt hat.“

Und genau das ist es, was wir nicht möchten!

Unsere Überzeugungen:

1. Durch den Einsatz von Web 2.0 Technologien können viele Lernprozesse auch in der Schule vereinfacht werden (z.B. Wissensarchivierung // Wikis).
2. Für die heranwachsene Generation sind diese Technologien selbstverständlich. Sie werden damit groß. Wer davor die Augen verschließt, betrügt die heutige Jugend und kann sie letztlich auch nicht mehr zeitgemäß auf kommende Berufe und gefragte Kompetenzen vorbereiten. Nicht vergessen: Wir leben im Technologie-Zeitalter.
3. Inhalte sind sehr wichtig. Aber brauchen wir einen Bildungskanon? Wir sind einer Fülle von Wissen, welches uns kontextfrei täglich begegnet, ausgesetzt. Dieses Wissen gilt es zu strukturieren und zu klassifizieren.
4. Kooperatives Lernen und Selbststudium. Gemeinsam zu kollektiver Intelligenz – natürlich. Aber auch Phasen des Selbststudiums, der Auseinandersetzung mit anspruchsvollen Themen sind uns wichtig.
5. Was macht das Internet so interessant? Das Spiel natürlich: Dinge ausprobieren, wieder verwerfen, neu anfangen. Das Internet bietet Möglichkeiten für spielerisches Lernen.

Und warum man dann schnell mal bei Open Education und Schule 2.0 ist, möchte ich an dieser Stelle mit den Worten von Gabi Reinmann erläutern. Gabi Reinmann (26. Mai 2009) Vortrag auf der Veranstaltung DIGITAL learning (München – BLM) Quelle: PDF, Seite 1-2

Szenario I: Wir schaffen die Schule ab und schicken die Schüler zum Lernen ins Web 2.0. Ein solches Szenario ist Ausdruck einer radikalen Änderung der „Idee Schule“, wie wir sie bisher kennen, die zur Abschaffung führt. Wie kommt man auf so etwas? Man kommt sehr leicht darauf, wenn man sich die Attribute ansieht, die vor allem mit Blick auf das allseits gepriesene Web 2.0 den heute verfügbaren digitalen Medien zu- geschrieben wird. Digitale Medien werden charakterisiert als: multimedial, interaktiv, vernetzt, mobil und partizipativ. Schule verbinden wir dagegen mit den Merkmalen: verbal, frontal, individuell, stationär und hierarchisch. Gibt es größere Gegensätze? Digitale Medien sind in dieser Lesart genau so, wie Schule nicht ist, oder umgekehrt formuliert: Schule ist so, wie digitale Medien nicht sind. Das passt offensichtlich nicht zusammen. Wer also digitale Medien zum Lernen propagiert, muss die Schule, wie sie heute ist, abschaffen.

Szenario II: Wir stellen ein Smart Board ins Klassenzimmer und teilen Lernsoftware aus. Ein solches Szenario ist Ausdruck einer kompletten Beibehaltung der „Idee Schule“, wie wir sie bisher kennen. Wie kommt man auf so etwas? Auch darauf kann man leicht kommen, wenn man sich die Potenziale der digitalen Medien selektiv durch den Tunnelblick traditioneller Unterrichtsroutinen betrachtet. Da kommt man dann zu Entdeckungen wie: Das Quietschen der Kreide ist passé, weil das Smart Board die Tafel ersetzt. Die Langeweile beim Üben vergeht, weil die Lernsoftware das Arbeitsheft verdrängt. Die Effizienz für den Lehrer steigt, weil sich mit neuen Programmen Ar- beits- und Schulaufgabenblätter viel schneller erstellen lassen. Gibt es eine bessere Passung? Digitale Medien können natürlich genau so eingesetzt werden, wie Schule ist und funktioniert. Sie können auf die für die Schule passenden Funktionalitäten eingeschränkt werden und Werkzeuge und Materialien ersetzen wie man die Feder und das Tintenfass durch den Füller ersetzt hat. Wer also digitale Medien zum Lernen propagiert, kann die Schule auch lassen, wie sie ist.

Szenario III: Wir schaffen die Schule weder ab noch lassen wir sie, wie sie ist – wir bauen sie um und geben den Beteiligten neue Rollen und Aufgaben. Ein solches Szenario ist Ausdruck einer Veränderung der „Idee Schule“, wie wir sie bisher kennen, ohne dass wir auf sie verzichten, aber auch ohne dass wir sie unangetastet lassen. Ob das Ergebnis etwas ist, was einer Abschaffung der „alten Schule“ gleichkommt oder dieser noch recht nahe ist, ist dabei freilich offen. Aber darum geht es mir in einem ersten Schritt auch gar nicht. Vielmehr muss man sich zunächst einmal klar machen, dass es überhaupt nur diese drei Möglichkeiten gibt, wenn man digitale Medien in die Schule bringen will: abschaffen, beibehalten oder ändern.

Mit ihrem Vortrag „Abschaffen – Beibehalten – Verändern: Wie man digitale Medien in die Schule bringt“ beschreibt Gabi Reinmann, was auch Ziel des Bildungskongresses der Metro AG sein soll an dem ca. 400 Peronen aus dem Bildungsbereich teilnehmen werden. Wir möchten durch erfolgreiche Beispiele von Schule 2.0 zeigen, was Lehrerinnen und Lehrer ganz einfach umsetzen können und was es konkret bringt. Eine allzu polarisierende Diskussion in Richtung Abschaffung des Schulsystems liegt uns fern, auch wenn wir grundsätzlich existierende Strukturen von Schule teilweise ablehnen.

Der Bildungskongress wird live auf DNAdigital.de übertragen. Jeder kann am 26.08. um 15:30 Uhr am Livestream teilnehmen, Fragen stellen, Vorschläge machen und Beispiele bringen.

Eine Liste mit weiteren interessanten Bloggern aus der Szene habe ich auf Martin Lindners (@martinlindner) Blog wwweblern.de („Arbeiten, leben und lernen im web“) gefunden.

Ein großes Lob auch an die Metro AG, dass sie sich diesem Thema annimmt. Danke auch an die Organisation von Frau Petri, Herrn Noppenberger und Ulrike Reinhard (@ulrike_reinhard).

6. Online Frühstück am 19. August

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David Röthler veranstaltet wieder ein Online Frühstück. Das 6. ist es bereits. Und diesmal geht es um Second Life bzw. um Kunst und Kultur im  Second Life, konkret um dieses Projekt. Ich habe mich letztens wieder mit Bildung in Second Life beschäftigt. Es gibt einige Beispiele aus der Medizin wie hier und hier. Auch das Thema „erneuerbare Energien“ wurde von der Stadt Güssing im Südburgenland aufgegriffen und in Game-based-learning Szenarien abgebildet. Martin Lange hat mit cyberland.org Second Life als Jugendchatcommunity in der Schule etabliert, allerdings ist die Meinung zu „Second Life“ in der Öffentlichkeit sehr negativ und auch in der Internetszene wird das Thema abgekanzelt, obwohl es für den Bereich Bildung viele Potenziale in sich trägt.
Ich bin gespannt was Kunst und Kultur am 19. August beim Online Frühstück dazu meinen. Anmelden kann man sich übrigens hier.

Geschrieben von Anne Grabs

August 11, 2009 um 12:05

Das Konkretheits-Abstraktheits-Dilemma

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Die wohl größte Herausforderung der Erziehungswissenschaft liegt in der Verbindung von Theorie und Praxis. Wie sollen die Ergebnisse aus der Wissenschaft in der Praxis umgesetzt werden und können Sie das überhaupt? Das Konkretheits-Abstraktheits-Dilemma besagt, dass entweder Aussagen oder Theorien zu allgemein sind und damit schwer auf einzelne Situationen anwendbar. Oder die Theorien sind zu spezifisch, beziehen sich auf nur einen Fall oder wenige Fälle und sind daher schwer generalisierbar. Damit landen wir dann wieder bei der Frage, welche Theorien sind empirisch oder qualitativ so gesichert, dass wir sie in gewissen Situationen anwenden können? Es gibt Theorien die nur an wenigen Menschen untersucht wurden und dennoch als statistisch signifikant gelten (was auch mit der Fragestellung zusammenhängt) und dann gibt es Theorien die schon an 10.000 Menschen untersucht wurden, wo man nicht eindeutig sagen kann, ob sie tatsächlich gelten können.

Ich selbst merke es auch bei meinen eigenen Forschungen und der Beschäftigung mit Theorien, dass der Praxisbezug schwer fällt. Zum einen verlangt es eine gewisse wertende Haltung, die wir als Wissenschaftler nicht vertreten dürfen, andererseits möchte man ja auch sagen können, was man für sinnvoll und was für nicht sinnvoll hält. Ein schwieriges Thema und ein Drahtseilakt.

Geschrieben von Anne Grabs

Juni 30, 2009 um 22:18

Schülerpersönlichkeit

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Die Prüfungszeit hat mich fest im Griff, was dazu beiträgt, dass ich meinen Blog derzeit mit Infos aus der Schulforschung beglücke. Heute die Theorie der Schülerpersönlichkeit.

Forschung zur Schülerpersönlichkeit ist ein Teil der Pädagogischen Psychologie und beschreibt das Wechselspiel zw. Persönlichkeitsentwicklung und Schulfaktoren  (Schule als Ort von Sozialisation?). Beispielsweise könnte man die Frage stellen, welchen Einfluss die Schule bzw. Schulleistungen (Erfolg/Misserfolg, Lernstrategien; beeinflusst durch Erziehungsverhalten der Lehrer und Eltern) auf die Persönlichkeitsentwicklung nimmt.

Folgende Ergebnisse über die Forschung zur Schülerpersönlichkeit möchte ich hier darstellen (Die Ergebnisse gelten für Österreich):

1) Selbstkonzept
2) Prüfungsängstlichkeit
3) Zielorientierung
4) Kontrollerwartungen

1) Selbstkonzept
Das Selbstkonzept beschreibt Vorstellungen über sich selbst z.B. „ich bin zufrieden mit mir“ und ist unterschiedlich ausgeprägt je nach Spezifitätsgrad. Wir können in das  schulische Fähigkeitsselbstkonzept (kurz FSK; „Ich bin ein guter Schüler“) und das  schulfachspezifische Fähigkeitsselbstkonzept („Ich bin gut in Mathe“) unterscheiden.
Das Selbstkonzept entsteht in der Schule durch soziale Vergleiche (mit anderen), d.h. auf best. Dimensionen wird verglichen, ob man besser oder schlechter ist als der/die andere. Bei der Messung des Selbstkonzepts werden in den jungen Jahren häufig  „optimistische Fehleinschätzungen“  wie „Ich kann besser als Durchschnitt“ getroffen, die aber im Laufe der Schulzeit immer genauer werden (Zunahme der Veridikalität). Das schulfachspezifische FSK ist bereits vor Schuleintritt vorhanden, sinkt aber nach Schuleintritt bis zur 3. Klasse ab und stabilisiert sich dann. Bei Mädchen ist ab der 2. Klasse ein schlechteres Mathe-Selbstkonzept festzustellen.
Ganz interessant ist, dass sich bei intraindividuellen Vergleichen, d.h. SchülerIn vergleicht Leistungen verschiedener Fächer untereinander, ein reziproker Effekt ergibt. Eine schlechte Leistungsrückmeldung in einem Fach führt zu Aufwertung des Selbstkonzepts in einem anderen Fach. Eine schlechte Note in Mathe bedeutet eine Aufwertung des Deutsch-Selbstkonzepts.
Eine schlechte Selbstwahrnehmung entsteht nicht wie meist vermutet durch das Lehrerverhalten sondern eher durch wahrgenommenes Klassenklima (da Leistungs- und Konkurrenzdruck).
Das FSK kann durch Autonomieförderung (selbstständiges Arbeiten), Interesse an S/S und Aufrechterhaltung einer gewissen Ordnung gestärkt werden.
Die Beziehung zwischen dem FSK und der Leistung verändert sich im Laufe der Schulzeit. Während in der Grundschule die Leistungs das FSK verstärkt oder schwächt (gute Note Stärkung FSK), wird in der Jugendschulzeit das FSK durch positive Leistung bestätigt und das führt dann wiederum zur Selbstaufwertung.

2) Prüfungsängstlichkeit
Um über Prüfungsängstlichkeit sprechen zu können, braucht es zunächst eine Unterscheidung in Angst und Ängstlichkeit (Persönlichkeitsmerkmal).
Prüfungsängstlichkeit ist in zwei Komponenten unterteilt: Zum einen in “ worry“ (das Besorgnis = negative Erwartungen, Befürchtungen „ich mache mir Sorgen, ob ich auch alles schaffe) und „emotionality“ (die Aufgeregtheit, Erregtheit, Unwohlsein, „komisches Gefühl im Magen“)
Prüfungsängstlichkeit entwickelt sich durch Misserfolge bei den eigenen Leistungen, denn sie verschaffen eine negative Sicht auf die eigenen Fähigkeiten und einen Mangel an Zuversicht (Misserfolgsängstliche).
Prüfungsängstlichkeit erlebt einen Anstieg ab der 3. Klasse bis zur 6./ 7. Klasse und danach eine leichte Abnahme. Bei Mädchen ist die Prüfungsängstlichkeit höher.
Zu den Gründen:
Zum einen begünstigt Elternverhalten mit hohen Anforderungen an ihr Kind, mit elterlicher Strenge und mangelnder Unterstützung Prüfungsängstlichkeit. Und zum anderen wirken sich autoritäres Lehrerverhalten, die Bewertung nach sozialer Bezugsnorm, ein unverständlich vorgetragener Lehrstoff, keine Transparenz bei der Schwierigkeit von Aufgaben, betonte Prüfungsankündigungen und Rivalität und Konkurrenz unter SchülerInnen (kompetitives Klassenklima) positiv auf die Prüfungsängstlichkeit bei SchülerInnen aus.
Weiterhin ist eine starke Zunahme der Prüfungsängstlichkeit im letzten Abschnitt der Grundschule, aufgrund des Druckes über den Entscheid für eine weiterführende Schule, zu verzeichnen. Die Prüfungsängstlichkeit ergibt sich aber auch in den ersten Jahren der weiterführenden Schule, da es eine neue Situation mit neuen Leistungsanforderungen darstellt und auch das FSK noch nicht stark genug ist.
Festzuhalten bleibt, dass Prüfungsängstlichkeit einen negativen Einfluss auf die schulischen Leistungen hat und sich daraus enorme Rückkopplungseffekte ergeben. Die Prüfungsängstlichkeit führt zu schlechten Leistungen, wodurch erhöhte Misserfolgserwartungen entstehen. Dies wiederum erhöht die Prüfungsängstlichkeit bei den folgenden Tests, was wiederum erhöhte Leistungseinbußen nach sich zieht und insgesamt eine negative affektive Bindung zur Schule und eine negative Einstellung zum Lernen und Leistung allgemein, d.h. demotivierende Effekte.

3) Zielorientierungen
Es gibt zwei leistungethematische Ziele: die Lernzielorientierung und die Leistungszielorientierung.
Lernzielorientierung bei SchülerInnen bedeutet neue Fähigkeiten zu erlernen, die eigenen Kompetenzen erweitern, die Gelegenheit Neues zu lernen zu nutzen und dabei Rückmeldungen und Fehler als Teil des Lernens zu betrachten. Dabei entstehen selbstregulierte Lernstrategien, eine positive Einstellung zu Klasse und sie fühlen sich durch die Schule herausgefordert.
Leistungszielorientierung bedeutet seine eigenen Kompetenzen beweisen, positive Bewertungen von anderen zu bekommen, Aufgaben und Probleme besser bewältigen können (soziale Vergleiche, interindividuell), aber auch Gefahr sich zu blamieren (fehlende Kompetenzen, negative Bewertungen). Es ergibt sich ein schlechteres Fähigkeitsselbstkonzept (FSK) bis hin zu defensiven Lernen (Vermeidung von Problemen mit Lehrern).
Während der Schulzeit konnte eine Zunahme der Leistungszielorientierung und eine Abnahme Lernzielorientierung feststellen. Das ist genau der Punkt, den ich immer kritisiere, weil ich mich frage, warum ein motivierter Erstklässler nach vier Jahren Schule die Freude am Lernen verlernt und was dazu führt.
Dass die Lernzielorientierung günstiger und wünschenswert ist, lässt sich anhand der beobachteten höheren Leistungsmotivation, der höheren instrinsischen Motivation, dem besseren FSK, den günstigeren Attributionen für Erfolg und Misserfolg, der positiven Einstellung zu Schule, den besseren Leistungen und Noten und einem positiveren Wohlbefinden im Vergleich zu Leistungszielorientierten erklären.
Bei der Leistungszielorientierung wird noch einmal in Annäherungs-Leistungszielorientierung (besser sein als andere) und Vermeidungs-Leistungszielorientierung (im Vergleich zu anderen keine schlechteren Leistungen) unterschieden. Dabei verzeichnet die Annäherungs-LZO positive Effekte (bessere Leistungen) und eine höhere intrinsische Motivation. Die Vermeidungs-LZO hingegen verzeichnet höhere Prüfungsangst, geringeres FSK, schlechtere Leistungen.

4) Kontrollüberzeugungen
Ereignisse im Leben hängen vom eigenem Handeln oder dem eigenem Charakter (= internale Kontrollüberzeugungen) oder von anderen Personen oder dem Zufall ab (= externale Kontrollüberzeugungen).
Kontrollüberzeugungen sind abhängig vom Differenzierungsgrad: Kontrollüberzeugungen bei bestimmten Handlungen bildet die Handlungs-Ergebniserwartung (was passiert, wenn..). Dem gegenüber steht die  Selbstwirksamkeitserwartung (ich kann „wenn“ bewirken). Selbstwirksamkeitserwartungen (auch „funktionaler Optimismus“) sagen Zielsetzungen, Handlungen, Durchhaltevermögen, Rückfallkontrolle vorher.
Selbstwirksamkeitserwartungen sind auf die Zukunft gerichtete Erwartungen (was traue ich mir zu?). Das Selbstkonzept hingegen bezieht sich auf die Beschreibung und Bewertung der eigenen Person in bestimmten Lebensbereichen und der soziale Vergleich. Das Selbstkonzept (FSK) nimmt während der Schulzeit ab, die Selbstwirksamkeitserwartung hingegen nimmt zu, da sich die eigenen relative Einflussmöglichkeiten erhöhen (Realitätsgehalt).
Zwei Bedingungen müssen für die Entwicklung der Selbstwirksamkeitserwartung erfüllt sein:
1) Zielerreichung ermöglichen durch Zielwahl, Überredung (von anderen „du kannst es“) oder Modelllernen (andere beobachten) und
2) internale Attribution (Erfolg geht auf eigene Fähigkeiten zurück), S/S mit hoher Selbstwirksamkeitserwartung vertrauen auf eigene Lernstrategien und Kompetenz

Einsatz von Twitter an der Uni Dallas/Taxas

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The Twitter Experiment – UT Dallas

Dr. Monica Rankin versucht, was viele andere nicht wagen. Twitter im Unterricht einsetzen.
Die Tweets werden während der Vorlesung gesammelt, mit einem hashtag (#) thematisch gegliedert und am Ende diskutiert.

Zwei Vorteile höre ich aus dem Video heraus:

1. Jeder hat die Möglichkeit etwas zu sagen, auch schüchterne SchülerInnen. Dadurch entsteht eine richtige Diskussion, da sich nahezu alle (hier 90 StudentInnen) an der Diskussion (auch die die keinen Laptop besitzen, denn sie schreiben ihre Kommentare auf einen Zettel und jemand tippt sie dann in die Twitterwall).

2. Die Beschränkung auf 140 Zeichen ermöglicht es die Fragen aufs Wesentliche zu beschränken, um zu verhindern das zu lange Beiträge geschrieben werden.

Geschrieben von Anne Grabs

Juni 3, 2009 um 9:00

Manifest für Schule 2.0

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Sehr anschaulische und lesenswerte Präsentation über das Manifest von Schule 2.0 mit Zitaten von Sir Ken Robinson und Karl Fisch. In Bezug auf gesellschafliche Veränderungen vom Industriezeitalter, Technologiezeitalter zum Informationszeitalter wird beschrieben wie sich Schule positionieren sollte, damit der Wissensaustausch optimal funktioniert.

Geschrieben von Anne Grabs

Juni 1, 2009 um 16:50

Selbstbewertungsmodell der Leistungsmotivation

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Die Bewertung der eigenen Leistung/Leistungsmotivation

Das Thema Leistungsmotivation ist im schulischen, wie auch beruflichen Kontexten immer wieder ein Thema. Ich möchte anhand der Theorie von Heckhausen versuchen zu skizzieren, dass sich die Bewertung der eigenen Leistung zum einen aus der Ziel- und Anspruchsniveausetzung ergibt und andererseits sich in der Kausalattribution von Leistungen, d.h. schreibe ich den Erfolg einer Arbeit mir selbst oder anderen Umständen/Glück zu.

1) Ziel- bzw. Anspruchsniveausetzung

Bei der Ziel- bzw. Anspruchsniveausetzung gibt es individuell Unterschiede. Man unterscheidet in Erfolgszuversichtliche bzw. Erfolgsmotivierte, die mittelschwere Aufgaben bevorzugen und haben realistische Ziele (Was kann ich, was nachher auch tatsächlich dabei herauskommt?).
Misserfolgsängstliche weichen auf entweder sehr leichte oder sehr schwere Aufgaben aus.
Grafisch dargestellt sieht das dann so aus:

Erfolgszuversichtliche:

  • suchen Leistungssituationen auf
  • suchen Herausforderung
  • wählen mittelschwere Aufgaben
  • erwarten eher Erfolg
  • antizipieren den Stolz auf den Erfolg
  • haben positive Affektbilanz
  • leisten besser/gleich gut unter Druck

Misserfolgsängstliche:

  • meiden Leistungssituationen
  • wählen leichte oder zu schwerde Aufgaben (leichte Aufgaben schaffen sie, keine negative Konsequenzen; bei zu schweren Aufgaben können sie Misserfolg auf Aufgabenschwierigkeit schieben, mittelschwere Aufgaben machen ihnen Angst/Risiko, wegen negativen Konsequenzen bei Misserfolg, d.h. sie können nicht das was alle können)
  • sehen eher die Gefahr des Scheiterns
  • vermeiden Risiken
  • fürchten eher die Beschämung des Misserfolgs
  • bilanzieren Erfolge eher external
  • erbringen schlechtere Leistungen unter Druck

Yerkes und Dodson haben bereits 1908 experimentell nachgewiesen, dass die mittlere Aktivierung (nicht Unter- oder Überforderung) bei anspruchsvollen Aufgaben die beste Leistung bringt. Bei zu hoher Aktivierung durch z.B. zu schwere Aufgaben ist das Niveau nicht zu bewältigen, man verkrampft.

Dies ist sehr wichtig bei der Gestaltung von Arbeiten, Schulaufgaben. Oft sind Erfolgszuversichtliche und Misserfolgsängstliche zu gleichen Teilen in den Klassen besetzt. Wenn ich nur Aufgaben wähle, die einen mittleren Schwierigkeitsgrad besitzen, schaffe ich nur günstige Leistungsumgebungen für Erfolgszuversichtliche.

2) Kausalattribution

Kausalattributionen sind subjektiv wahrgenommene Ursachen eines Handlungsresultates, d.h. ich kann mir meinen Erfolg/Misserfolg aufgrund meiner Anstrengung (Tüchtigkeit) oder unzureichenden Anstrengung erklären. Attributierungen (Zuschreibungen) können internal (die Person betreffen) oder external (die Umwelt betreffend), stabil (gleichbleibend) oder variabel sein. Daraus ergibt sich folgende Grafik:attribution

Bernard Weiner hat dieses Modell noch um die Parameter kontrollierbar und unkontrollierbar ergänzt.

Generell gilt, dass external – variable Ursachenzuschreibungen sich negativ auf das Selbstbewusstsein eines Schüler/ einer Schülerin auswirkt. Dies erklärt auch, warum es Situationen in der Schule gibt, bei denen sich S/S trotz einer sehr guten Noten nicht freuen können. Sie glauben dann nicht, dass sie selbst etwas mit dem Ergebnis zu tun haben, sondern reines Glück gehabt haben. Deshalb ist es wichtig darauf zu achten, dass S/S spüren und wissen, dass sie etwas gut können.

Miteinander Reden: Schulz von Thun

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Direkt nach dem Educamp hieß es für mich letzten Montag auf nach Berndorf zum Uni-Seminar „Kommunikation und Präsentation“. Leider war das mobile Internet dort so schlecht und langsam, dass ich dem Web den Rücken kehren musste. Außerdem war das Seminar sehr kompakt. Die wichtigsten Inhalte waren die Erkenntnisse von Schulz von Thun auf Basis seiner drei Bände „Miteinander reden 1,2,3″

1. Die acht Kommunikations-Stile nach Schulz von Thun:

Kommunikationstypen nach Schulz von Thun

2. das Quadrat der Nachricht nach Schulz von Thun

(mit vier Mündern sprechen, mit vier Ohren hören):

Quadrat der Nachricht von Schulz von Thun

und

3. Wertequadrate nach Schulz von Thun

Wertequadrat Schulz von Thun

Am Beispiel „Vertrauen“ würde das Wertequadrat folgendermaßen ergeben:
oben links: Vertrauen
positver Gegenwert, oben rechts: Vorsicht
unten links, negative Übertreibung: Naives Vertrauen
unten rechts, die negative Übertreibung von Vorsicht &  das Gegenteil von Vertrauen: Misstrauen

Sinnvoll wird nach Schulz von Thun ein „Mischpult“ zwischen den Werten Vertrauen und Vorsicht erachtet.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass jeder Kommunikationsstil gewisse (positive) Werte mit sich bringt – auch der aggressiv-entwertende Stil (z.B. Durchsetzungsfähigkeit). Man sollte versuchen sich der positiven Werte aller acht Kommunikationsstile zu bedienen. Plus die eigenen, ganz persönlichen Werte, die jeder Mensch aufgrund seiner Sozialisation hat, in seinen Kommunikationsstil einfließen lassen.

digital naiv? the brain gab between digital natives and digital immigrants

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Bei der Diskussion über Digital Natives, Digital Immigrants (sehr schön im Buch DNAdigital beschrieben, hier bestellen) und der ganzen Digital Bohéme fehlte mir bislang immer auch der Blick auf Erkenntnisse der Neuropsychologie bzw. wird mir zu wenig der Frage nachgegangen, wie sich der Umgang mitDigitalen Medien (von klein an) auf das Gehirn auswirkt.
In der aktuellen Ausgabe der „Psychologie Heute“ finde ich einen Artikel mit der Überschrift „Die Kluft in den Köpfen“. Er ist von Gary Small und Gigi Vorgan geschrieben und stellt einen Auszug aus deren Buch „iBrain“ dar. Der Artikel ist nicht sehr spannend geschrieben, liest sich ein wenig wie eine Zusammenfassung von Tatsachen die eh schon klar sind. Aber er liefert auch einige wichtige Erkenntnisse aus der Neuropsychologie (Gary Small ist Prof. für Neurowissenschaften und Direktor des UCLA Memory & Aging Research Center an der Universität Los Angeles. In der Adoleszenz bilden sich die sog. Frontallappen aus. Der frontale Kortex ist dazu da, um Alltagsentscheidungen zu treffen. Kinder und Jugendliche haben zunächst Schwierigkeiten in der Adoleszenz Urteile zu fällen, weil die neuronalen Schaltkreise noch nicht so gut ausgebildet sind. Es verhindert Gefühle von anderen wahrzunehmen, da ihre Frontallappen länger brauchen, eine glückliche, wütende oder traurige Stimmung in dem anderen zu deuten. Die Autoren meinen nun, dass Medienkonsum und Medienverhalten „sehr wahrscheinlich die Entwicklung der entsprechenden Hirnverschaltung, die notwendig ist, um diese Entwicklungsschritte erfolgreich zu vollziehen“ hemmt und weiter, dass es „ihre sozialen Fähigkeiten und ihr logisches Denkvermögen beeinträchtigt“. Sie kommen zu dem Schluss, dass möglicherweise der frontale Kortex auf Lebenszeit unterentwickelt bleibt und auf einem emotional unreifen und egozentrischen Niveau stehen bleibt. Somit würde sich ein „brain gab“ (Defizit in der Hirnstruktur) bei Digital Natives im Vergleich zu Digital Immigrants ergeben.

Dennoch würde ich argumentieren, dass Computerspiele (MMORG – massive multiplayer online role games) sehr anspruchvoll und komplex, da der Spieler gleichzeitig chattet, auf mehreren Channels gleichzeitig kommuniziert, via Headset mit seinen Mitspieler im eigenen Jargon spricht und zu guter Letzt noch seinen Spieler selbst steuern. Ich bin selbst nicht Computerspiele-affin, habe aber in Gesprächen mit Leuten, die vor allem in ihrer Jugend viel gespielt haben, schon oft gehört, dass sie dadurch „sehr viel gelernt haben in sozialer Hinsicht“.

Für die Zukunft halte ich das für ein sehr wichtiges Forschungsfeld, wenn wir uns über Lernen mit neuen Medien unterhalten.

Geschrieben von Anne Grabs

April 18, 2009 um 12:21

Juhu es ist ein Buch geworden!

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Endlich ist es da: DNAdigital – das Buch.

DNAdigital
WENN ANZUGTRÄGER AUF
KAPUZENPULLIS TREFFEN
Die Kunst, aufeinander zuzugehen.

img00091-20090316-1739Ich bin drauf und dran es direkt zu inhalieren, möchte zunächst jedoch meinen ersten Eindruck schildern und Empfehlungen aussprechen.
Zum einen wird der Begriff „Digital Natives“, welcher bisweilen meiner Meinung nach immer noch „belächelt“ oder auch abgelehnt wird, von Urs Gasser erklärt. Extrem gelungen erachte ich das Twitterinterview zwischen Digital Native Hendric Heuermann und CEO Sören Stamer, denn es vereint zum einen die Idee der Vernetzung via Twitter (oder anderen Micro-Blogging Diensten) sondern bringt – ähnlich einem Verbalprotokoll – die unterschiedlichen Meinungen zum Ausdruck.
Als großer Fan von Peter Krueses Wissenschaft und Denkweise, freue ich mich dass das Interview vom Januar, welches ich mir schon oft auf DNAdigital.de angesehen habe. Jetzt kann ich endlich im Text markieren und muss nicht mehr mitschreiben : )
Das Manifesto von Robert Dürhager vom Philosophieblog und Timo Heuer ganz am Anfang lege ich auch jedem zu Herzen, der über die Denkweise der Digital Natives wissen möchte. Mit einem sehr gelungenen Titel „Ich habe heute Dienst – Du findest mich auf dem Sofa“ beschreiben Achim Bode und Maxi Kirchner die Zukunft der Arbeitswelt von morgen. Dies ist ein sehr wichtiges Thema für mich, da ich überzeugt bin, da besonders in der IT- und Medienbranche große Veränderungen in den nächsten Jahren anstehen.
Und zu guter letzt noch das Interview mit Brad Anderson, CEO von Best Buy, mit dem Titel „A Company is a dream factory“ gemeinsam mit Herausgeberin Ulrike Reinhard und Sören Stamer.

Shopping 24/7
Kaufen kann man das schöne Stück direkt beim Whois Verlag und empfehlen kann ich es allen die mehr über das Spannungsverhältnis Digital Natives und Unternehmen erfahren möchten.  Das schöne an dem Buch ist, dass wirklich sehr viele unterschiedliche Meinungen und Personen aus verschiedenen Bereichen zu Wort kommen. Die Kosten für das Buch wurde außerdem von den Herausgebern Ulrike Reinhard und Willms Buhse selbst getragen, der Erlös ist für weitere DNAdigital Projekte (Interviews, Forschung usw.) vorgesehen.

Geschrieben von Anne Grabs

März 16, 2009 um 19:53