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Bildungskongress der Metro AG

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Kommenden Mittwoch, am 26.08.2009 findet der Bildungskongress der Metro AG in Düsseldorf statt. Gemeinsam mit Basti Hirsch (@cervus), Melanie Unbekannt (@Literatenmelu), Melanie Gottschalk (@melgottschalk) und Hannes Klöpper (@hkloepper) werden wir an der Podiumsdiskussion mit dem Titel „Kollektive Intelligenz – was wir von der Kapuzenshirt-Generation lernen können“ teilnehmen. „Headliner“ ist Prof. Dr. Kruse (@peter_kruse), der seine aktuelle Studie über die Wertemuster von Digital Natives vorstellen wird. Wir sind zum einen ausgewählt worden, da wir uns als Natives definieren, aber was noch viel entscheidender ist: Wir beschäftigen und Bildung im Kontext Web 2.0.

  • Basti Hirsch: Open Education Bewegung // Hacking Education Projekt
  • Melanie Unbekannt: Bildungsbloggerin // angehende Lehrerin Literatur & Geschichte // Pädagogik & Schule 2.0
  • Melanie Gottschalk: kollektive Wissenskonstruktion // Maschendraht-Community Gründerin // Blog
  • Hannes Klöpper: Leadership als Voraussetzung für erfolgreiche Nutzung von Technologie
  • und ich? Was sich in der Gesellschaft verändert, darf nicht an Schule vorbeigehen! // Studium Pädagogik

Passend dazu habe ich eben ein tolles Zitat über Bildung aus dem Jahr 1973 Werner Heisenberg von entdeckt:

„Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles vergessen hat, was man gelernt hat.“

Und genau das ist es, was wir nicht möchten!

Unsere Überzeugungen:

1. Durch den Einsatz von Web 2.0 Technologien können viele Lernprozesse auch in der Schule vereinfacht werden (z.B. Wissensarchivierung // Wikis).
2. Für die heranwachsene Generation sind diese Technologien selbstverständlich. Sie werden damit groß. Wer davor die Augen verschließt, betrügt die heutige Jugend und kann sie letztlich auch nicht mehr zeitgemäß auf kommende Berufe und gefragte Kompetenzen vorbereiten. Nicht vergessen: Wir leben im Technologie-Zeitalter.
3. Inhalte sind sehr wichtig. Aber brauchen wir einen Bildungskanon? Wir sind einer Fülle von Wissen, welches uns kontextfrei täglich begegnet, ausgesetzt. Dieses Wissen gilt es zu strukturieren und zu klassifizieren.
4. Kooperatives Lernen und Selbststudium. Gemeinsam zu kollektiver Intelligenz – natürlich. Aber auch Phasen des Selbststudiums, der Auseinandersetzung mit anspruchsvollen Themen sind uns wichtig.
5. Was macht das Internet so interessant? Das Spiel natürlich: Dinge ausprobieren, wieder verwerfen, neu anfangen. Das Internet bietet Möglichkeiten für spielerisches Lernen.

Und warum man dann schnell mal bei Open Education und Schule 2.0 ist, möchte ich an dieser Stelle mit den Worten von Gabi Reinmann erläutern. Gabi Reinmann (26. Mai 2009) Vortrag auf der Veranstaltung DIGITAL learning (München – BLM) Quelle: PDF, Seite 1-2

Szenario I: Wir schaffen die Schule ab und schicken die Schüler zum Lernen ins Web 2.0. Ein solches Szenario ist Ausdruck einer radikalen Änderung der „Idee Schule“, wie wir sie bisher kennen, die zur Abschaffung führt. Wie kommt man auf so etwas? Man kommt sehr leicht darauf, wenn man sich die Attribute ansieht, die vor allem mit Blick auf das allseits gepriesene Web 2.0 den heute verfügbaren digitalen Medien zu- geschrieben wird. Digitale Medien werden charakterisiert als: multimedial, interaktiv, vernetzt, mobil und partizipativ. Schule verbinden wir dagegen mit den Merkmalen: verbal, frontal, individuell, stationär und hierarchisch. Gibt es größere Gegensätze? Digitale Medien sind in dieser Lesart genau so, wie Schule nicht ist, oder umgekehrt formuliert: Schule ist so, wie digitale Medien nicht sind. Das passt offensichtlich nicht zusammen. Wer also digitale Medien zum Lernen propagiert, muss die Schule, wie sie heute ist, abschaffen.

Szenario II: Wir stellen ein Smart Board ins Klassenzimmer und teilen Lernsoftware aus. Ein solches Szenario ist Ausdruck einer kompletten Beibehaltung der „Idee Schule“, wie wir sie bisher kennen. Wie kommt man auf so etwas? Auch darauf kann man leicht kommen, wenn man sich die Potenziale der digitalen Medien selektiv durch den Tunnelblick traditioneller Unterrichtsroutinen betrachtet. Da kommt man dann zu Entdeckungen wie: Das Quietschen der Kreide ist passé, weil das Smart Board die Tafel ersetzt. Die Langeweile beim Üben vergeht, weil die Lernsoftware das Arbeitsheft verdrängt. Die Effizienz für den Lehrer steigt, weil sich mit neuen Programmen Ar- beits- und Schulaufgabenblätter viel schneller erstellen lassen. Gibt es eine bessere Passung? Digitale Medien können natürlich genau so eingesetzt werden, wie Schule ist und funktioniert. Sie können auf die für die Schule passenden Funktionalitäten eingeschränkt werden und Werkzeuge und Materialien ersetzen wie man die Feder und das Tintenfass durch den Füller ersetzt hat. Wer also digitale Medien zum Lernen propagiert, kann die Schule auch lassen, wie sie ist.

Szenario III: Wir schaffen die Schule weder ab noch lassen wir sie, wie sie ist – wir bauen sie um und geben den Beteiligten neue Rollen und Aufgaben. Ein solches Szenario ist Ausdruck einer Veränderung der „Idee Schule“, wie wir sie bisher kennen, ohne dass wir auf sie verzichten, aber auch ohne dass wir sie unangetastet lassen. Ob das Ergebnis etwas ist, was einer Abschaffung der „alten Schule“ gleichkommt oder dieser noch recht nahe ist, ist dabei freilich offen. Aber darum geht es mir in einem ersten Schritt auch gar nicht. Vielmehr muss man sich zunächst einmal klar machen, dass es überhaupt nur diese drei Möglichkeiten gibt, wenn man digitale Medien in die Schule bringen will: abschaffen, beibehalten oder ändern.

Mit ihrem Vortrag „Abschaffen – Beibehalten – Verändern: Wie man digitale Medien in die Schule bringt“ beschreibt Gabi Reinmann, was auch Ziel des Bildungskongresses der Metro AG sein soll an dem ca. 400 Peronen aus dem Bildungsbereich teilnehmen werden. Wir möchten durch erfolgreiche Beispiele von Schule 2.0 zeigen, was Lehrerinnen und Lehrer ganz einfach umsetzen können und was es konkret bringt. Eine allzu polarisierende Diskussion in Richtung Abschaffung des Schulsystems liegt uns fern, auch wenn wir grundsätzlich existierende Strukturen von Schule teilweise ablehnen.

Der Bildungskongress wird live auf DNAdigital.de übertragen. Jeder kann am 26.08. um 15:30 Uhr am Livestream teilnehmen, Fragen stellen, Vorschläge machen und Beispiele bringen.

Eine Liste mit weiteren interessanten Bloggern aus der Szene habe ich auf Martin Lindners (@martinlindner) Blog wwweblern.de („Arbeiten, leben und lernen im web“) gefunden.

Ein großes Lob auch an die Metro AG, dass sie sich diesem Thema annimmt. Danke auch an die Organisation von Frau Petri, Herrn Noppenberger und Ulrike Reinhard (@ulrike_reinhard).

Geschrieben von Anne Grabs

August 22, 2009 um 16:52

von open content und open education

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„Für alle diejenigen die ‘open content’ unterstützen, müssen wir einfache Bedingungen schaffen!“ So in etwa übersetze ich das Zitat von David Wiley, den ich als Bildungsrevulotionär beschreiben würde und als Vorbild für „open education“.

If we (the „experts“) can’t explain why content is relevant to learners’ lives, can we really expect them to get excited about learning it? (via Twitter)

Mit „Hacking Education“ entsteht seit einigen Wochen ein Projekt, was sich für freie und offene Bildung einsetzt, eine Bildung ohne Bildungsinstitutionen, aber mit den Möglichkeiten und Tools des web2.0.
Zitat: „Alles Wissen, das nicht geteilt wird, ist jetzt schon vergessen. Alles Wissen, das nicht im Web ist, ist jetzt schon vergessen.“
Die dazugehörige Unkonferenz findet am 22. Oktober in Berlin in der Homebase statt.

Diese Woche ist auch ein Paper von einer Expertenkommission des BMBF zur Medienbildung mit dem Titel „Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur“, die betont wie wichtig es ist, dass Kinder und Jugendlich Medienkompetenzen erlernen. Zitat: „In diesem Sinne richtet die Kommission den eindringlichen Appell an den Bund, die Länder und die Sozialpartner, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten Bedingungen für eine systematische und nachhaltige Entwicklung von Medienbildung als integraler Bestandteil von Allgemeinbildung und wichtige Voraussetzung für die persönliche Entfaltung von Berufs- und Ausbildungsfähigkeit zu schaffen.“ Medienkompetenz ist damit keine hinreichende, sondern eine notwendige Fähigkeit, um im Beruflichen als auch privat zu wachsen. Ich finde diese Betonung sehr wichtig, denn ich kann mir wirklich nicht ernsthaft vorstellen, dass die Communities in 10 Jahren ausgestorben sind.

Außerdem habe ich diese Woche von Chris Messina’s „The open, social web“ gelesen, indem er beschreibt was mit Offenheit gemeint ist und was es benötigt, geht auf Beispiele im web2.0 ein usw. Das schönste Zitat ist: „You can’t have „social“ without „society.“ Was im Social Web passiert, ist die Verlagerung von sozialen Beziehungen in den Kulturraum (ja ich sage es) Internet. Auch ein wichtiger Hinweis in Bezug auf Social Media Marketing.

Lawrence Lessig hat vor kurzem sein Buch „Remix“ zum freien Download zur Verfügung gestellt. Ich habe mir mal alle 352 Seiten ausgedruckt und mit dem Vorwort begonnen. Lawrence Lessig stellt sich zu Beginn die Frage, ob es schlecht für unsere Kinder ist, wenn sie als Kriminelle behandelt werden, für Dinge die am Ende „Alle“ tun. Das Buch handelt von Creative Commons, openess, creativity usw.

sofaLogoHome

Und zu guter letzte möchte ich über sofatutor.com – „Eine Videoplattform für angenehmes Lernen“ schreiben. Ich finde, es ist weit mehr als nur angenehmes Lernen. Hätte es so etwas früher gegeben, hätten sich alle Sorgen wegen den Mathenoten in  Luft aufgelöst (Ich hatte die zum Glück nie). Bei sofatutor gibt es jetzt über 1000 Mathevideos, wo wirklich engagierte Leute Videos über mathematische Formeln usw. drehen und online zur Verfügung stellen. Absolut genial! Ich habe es erst gestern meiner Freundin empfohlen, die am Montag ihre Matheprüfung macht und damit sehr gut lernen kann. Besonders viele Videos sind von Martin Wabnik zu finden, dem ich an dieser Stelle ein Kompliment für sein Engagement aussprechen möchte. LG an die Betreiber Alex und Stephan!

Solche und noch viele weitere Projekte zeigen wie großartig und sinnvoll open education und open content ist!

Selbstbewertungsmodell der Leistungsmotivation

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Die Bewertung der eigenen Leistung/Leistungsmotivation

Das Thema Leistungsmotivation ist im schulischen, wie auch beruflichen Kontexten immer wieder ein Thema. Ich möchte anhand der Theorie von Heckhausen versuchen zu skizzieren, dass sich die Bewertung der eigenen Leistung zum einen aus der Ziel- und Anspruchsniveausetzung ergibt und andererseits sich in der Kausalattribution von Leistungen, d.h. schreibe ich den Erfolg einer Arbeit mir selbst oder anderen Umständen/Glück zu.

1) Ziel- bzw. Anspruchsniveausetzung

Bei der Ziel- bzw. Anspruchsniveausetzung gibt es individuell Unterschiede. Man unterscheidet in Erfolgszuversichtliche bzw. Erfolgsmotivierte, die mittelschwere Aufgaben bevorzugen und haben realistische Ziele (Was kann ich, was nachher auch tatsächlich dabei herauskommt?).
Misserfolgsängstliche weichen auf entweder sehr leichte oder sehr schwere Aufgaben aus.
Grafisch dargestellt sieht das dann so aus:

Erfolgszuversichtliche:

  • suchen Leistungssituationen auf
  • suchen Herausforderung
  • wählen mittelschwere Aufgaben
  • erwarten eher Erfolg
  • antizipieren den Stolz auf den Erfolg
  • haben positive Affektbilanz
  • leisten besser/gleich gut unter Druck

Misserfolgsängstliche:

  • meiden Leistungssituationen
  • wählen leichte oder zu schwerde Aufgaben (leichte Aufgaben schaffen sie, keine negative Konsequenzen; bei zu schweren Aufgaben können sie Misserfolg auf Aufgabenschwierigkeit schieben, mittelschwere Aufgaben machen ihnen Angst/Risiko, wegen negativen Konsequenzen bei Misserfolg, d.h. sie können nicht das was alle können)
  • sehen eher die Gefahr des Scheiterns
  • vermeiden Risiken
  • fürchten eher die Beschämung des Misserfolgs
  • bilanzieren Erfolge eher external
  • erbringen schlechtere Leistungen unter Druck

Yerkes und Dodson haben bereits 1908 experimentell nachgewiesen, dass die mittlere Aktivierung (nicht Unter- oder Überforderung) bei anspruchsvollen Aufgaben die beste Leistung bringt. Bei zu hoher Aktivierung durch z.B. zu schwere Aufgaben ist das Niveau nicht zu bewältigen, man verkrampft.

Dies ist sehr wichtig bei der Gestaltung von Arbeiten, Schulaufgaben. Oft sind Erfolgszuversichtliche und Misserfolgsängstliche zu gleichen Teilen in den Klassen besetzt. Wenn ich nur Aufgaben wähle, die einen mittleren Schwierigkeitsgrad besitzen, schaffe ich nur günstige Leistungsumgebungen für Erfolgszuversichtliche.

2) Kausalattribution

Kausalattributionen sind subjektiv wahrgenommene Ursachen eines Handlungsresultates, d.h. ich kann mir meinen Erfolg/Misserfolg aufgrund meiner Anstrengung (Tüchtigkeit) oder unzureichenden Anstrengung erklären. Attributierungen (Zuschreibungen) können internal (die Person betreffen) oder external (die Umwelt betreffend), stabil (gleichbleibend) oder variabel sein. Daraus ergibt sich folgende Grafik:attribution

Bernard Weiner hat dieses Modell noch um die Parameter kontrollierbar und unkontrollierbar ergänzt.

Generell gilt, dass external – variable Ursachenzuschreibungen sich negativ auf das Selbstbewusstsein eines Schüler/ einer Schülerin auswirkt. Dies erklärt auch, warum es Situationen in der Schule gibt, bei denen sich S/S trotz einer sehr guten Noten nicht freuen können. Sie glauben dann nicht, dass sie selbst etwas mit dem Ergebnis zu tun haben, sondern reines Glück gehabt haben. Deshalb ist es wichtig darauf zu achten, dass S/S spüren und wissen, dass sie etwas gut können.

Miteinander Reden: Schulz von Thun

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Direkt nach dem Educamp hieß es für mich letzten Montag auf nach Berndorf zum Uni-Seminar „Kommunikation und Präsentation“. Leider war das mobile Internet dort so schlecht und langsam, dass ich dem Web den Rücken kehren musste. Außerdem war das Seminar sehr kompakt. Die wichtigsten Inhalte waren die Erkenntnisse von Schulz von Thun auf Basis seiner drei Bände „Miteinander reden 1,2,3″

1. Die acht Kommunikations-Stile nach Schulz von Thun:

Kommunikationstypen nach Schulz von Thun

2. das Quadrat der Nachricht nach Schulz von Thun

(mit vier Mündern sprechen, mit vier Ohren hören):

Quadrat der Nachricht von Schulz von Thun

und

3. Wertequadrate nach Schulz von Thun

Wertequadrat Schulz von Thun

Am Beispiel „Vertrauen“ würde das Wertequadrat folgendermaßen ergeben:
oben links: Vertrauen
positver Gegenwert, oben rechts: Vorsicht
unten links, negative Übertreibung: Naives Vertrauen
unten rechts, die negative Übertreibung von Vorsicht &  das Gegenteil von Vertrauen: Misstrauen

Sinnvoll wird nach Schulz von Thun ein „Mischpult“ zwischen den Werten Vertrauen und Vorsicht erachtet.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass jeder Kommunikationsstil gewisse (positive) Werte mit sich bringt – auch der aggressiv-entwertende Stil (z.B. Durchsetzungsfähigkeit). Man sollte versuchen sich der positiven Werte aller acht Kommunikationsstile zu bedienen. Plus die eigenen, ganz persönlichen Werte, die jeder Mensch aufgrund seiner Sozialisation hat, in seinen Kommunikationsstil einfließen lassen.

fundstücke republica09

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Jetzt wo die Diskussion um die republica09 sich etwas gelegt hat, möchte ich meine Fundstücke und Links von der rp09 und Berlin posten. Ach ja meine Meinung zur rp09. Ja es war manchmal etwas zäh könnte man sagen, vor allem weil das Internet nicht gefunzt hat. Aber dennoch habe ich ganz viel davon mitgenommen. Zum Beispiel diesen gigantischen Blog mideastyouth.com, der vor allem Menschenrechte, politische Aufklärung und Gleichberechtigung für Frauen in Nahost berichtet. Das war und ist mein persönlicher Favorit des Programms, denn die Autoren müssen täglich damit rechnen, dass sie womöglich ins Gefängnis kommen oder andererseits politisch verfolgt werden. Diese Energie und Mut hat mich sehr beeindruckt.

Viele Themen drehten sich ja rund um das Thema Bildung. Der Schwerpunkt hat mich ein wenig überrascht. Da die Veränderung in der Bildung durch neue Medien mein Thema ist (arbeite seit 6 Jahren mit/im Internet und studiere seit 2 Jahren Pädagogik), kam es mir sehr entgegen. Lisa Rosa sprach in ihrem Beitrag Ne(x)t Generation? Bildung im Übergang von der Arbeitsgesellschaft zur selbstreflexiven Lerngesellschaft von einer Übergangsgesellschaft und forderte eine Lehrerbildung die sich mehr darum bemüht, Lehrer/innen mit Medienkompetenzen und Tools auszustatten. Beim gemeinsam Gespräch sind wir beide zu dem Schluss gekommen, dass es unglaublich schwierig ist, angehende Lehrer/innen für die Neuen Medien zu motivieren. Da ich mich in letzter Zeit auch mit anderen Lehrertrainigs beschäftigt habe, die vor allem versuchen Persönlichkeitsmerkmale zu optimieren, kann ich dazu abschließend sagen, dass es immer schwierig ist Menschen in eine bestimmte Richtung zu verändern, auch wenn klar ist, dass die Optimierung unglaublich wichtig und sinnvoll ist. Liebe Lisa, vielen Dank für deinen Vortrag, den es hier noch einmal nachzulesen gibt:

Was mir bei all dem noch fehlt, ist ein richtiges Konzept. Ich finde, wir sollten nicht wie bisher in der Geschichte der Pädagogik Kinder und Jugendliche (und auch Erwachsene) so behandeln, als wären es kleine Versuchskaninchen, so á la „wir müssen es ausprobieren“. Auch wenn wir in einer Übergangsgesellschaft leben, wo natürlich viel (technisches) ausprobiert wird, sollten im pädagogischen Setting die Rahmenbedingungen so gestaltet sein, dass nicht willkürlich drauflos optimiert und ausprobiert wird.

Im Panel Jugendbildung – soziale Software, Medienbildung 2.0 – Kinder und Jugendliche als Akteure im Netz mit dem Grundschulblogger Martin Riemer als Moderator, Thomas Röhlinger von Radijojo,  Daniel Poli mit dem Portal netzcheckers.de und Michael Lange, der uns cyberland.org vorgestellt hat. Die Mehrheit der Teilnehmer im Panel waren der Meinung, dass es sich um tolle Portale für Kinder und Jugendliche handelt, die aber kaum einer kennt. Am Ende haben wir diskutiert, ob sie wirklich so groß wie SchülerVZ & Co werden sollten oder ob es sich einfach um eine wirklich gute Alternative handelt, die vor allem Lehrern und Eltern kommuniziert werden sollte, damit sie sehen, dass es auch sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten im Netz gibt. Ich finde diese Portale gehören unterstützt. Ich bin jedenfalls froh in diesem Panel gewesen zu sein. Vielen Dank!

Und zum Schluss bleibt auch noch der Vortrag von Lawrence Lessig erwähnt, der vielleicht nichts neues war, weil ich ähnlicher Form schon dagewesen und am Ende eine Vortrag zu seinem Buch Remix, aber dennoch hat er meiner Meinung nach etwas ganz wichtiges gesagt. Es ist nicht gut wenn unsere Kinder mit der Angst aufwachsen sie könnten urheberechtlich anbelangt werden, wenn sie etwas kreatives geschaffen haben. Sehr treffend war eigentlich das Beispiel von Radijojo, die erst kürzlich ihren Live-Stream für Kinder!!! wegen Problemen mit der GEMA abdrehen mussten. Einfach nur doof so was.

Selbstbestimmungstheorie der Motivation nach Deci & Ryan

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Derzeit beschäftige ich mich im wissenschaftlichen Kontext stark mit der Selbstbestimmungstheorie der Motivation nach Deci & Ryan.
Edward L. Deci und Richard M. Ryan haben diese Theorie 1985 als eine allgemeine organismische und dialektische Theorie der Motivation postuliert. Im pädagogischen Kontext geht es dabei um die Frage: Wann lernen Schülerinnen und Schüler möglichst intrinsisch motiviert? Mit intrinsisch motiviert ist hier gemeint, dass die Motivation aus der Person selbst heraus entsteht und nicht durch externe Einflüsse (z.B. ausstehende Belohnung des Erziehers) oder Kontrolle gelenkt wird.
Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation legt zu Grunde, dass Handlungen vom Ausmaß der ermöglichten Selbstbestimmung bzw. vom Grad der Kontrolle beeinflusst werden. Handelt ein Kind selbstbestimmt, indem es beispielsweise von selbst seine Hausaufgaben macht und man ausschließen kann, dass etwas/ jemand anderes (mögliche Strafe oder Belohnung) ihn dazu bewegt hat, erfolgte die Handlung intrinsisch motiviert.

Im „handbook of self-determination research“ beschreibt Reeve zwei Lehrerstile: Einmal den Autonomie-fördernden Unterrichtsstil und den kontrollierenden Unterrichtsstil. Wie der Lehrer auftritt, hat einen unmittelbaren Einfluss darauf, wie frei und selbstbestimmt sich Schülerinnen und Schüler wahrnehmen. Dies widerrum beeinflusst den Handlungsspielraum und Art des Lernens jedes Schülers bzw. jeder Schülerin.

Der Forscher Johnmarshall Reeve belegt in seiner Arbeit „Self determination Theory Applied to Educational Settings“ (erschienen im Band „handbook of self-determination research“), dass SchülerInnen motivierter sind und sich mehr bestätigt fühlen, wenn LehrerInnen Autonomie-fördernd unterrichten, z.B. mehr Zeit zum Zuhören verwenden; die Entwicklung der SchülerInnen loben; SchülerInnen Zeit für eigenständige Arbeit geben und über das eigene Interesse der SchülerInnen motivieren (intrinische Motivation). Reeve schreibt im „handbook of self-determination research:

„The storys that emerges from these findings is an interesting one to tell. How a teacher teaches and motivates has a substantial and direct impact on how free and self-determining each student perceived himself or herself to be. Behaviors like listening and affording time for independent work nurtured autonomy, while behaviors like holding the instructional materials and teacher-dominated problem solving frustated autonomy. How instruction affected perceived competence was through a more indirect route. Mostly, students felt competent when they performed well. In addition, students felt increasingly competent when teachers provided opportunities for independent work, opportunities to talk, timely hints, and perspective-taking statements.“ (Reeve, 2002, S.188)

Im Gegensatz dazu führt der kontrollierende Unterrichtsstil wie: SchülerInnen Antworten und Lösungen vorgebe; SchülerInnen evaluieren bzw. kritisiern; unter Druck motivieren, zu einer frustierten Unabhängigkeit bei Schülerinnen. Reeve konstatiert: „students felt increasingly incompentent when teachers hogged instructional materials, gave answers, and solved problems for the student.“ (Reeve, 2002, S. 188)

Für die Pädagogik erscheint es daher wichtig, herauszufinden ob LehrerInnen lernen können mehr Autonomie-fördernd zu unterrichten.
Dazu im nächsten Beitrag mehr!

Reeve, J.M. (2004). Self-Determination Theory Applied to Educational Settings. In L. Deci, L. & M. Ryan (Ed.), Handbook of Self-Determination Research (pp. 183 -203). Rochester: University of Rochester Press

Geschrieben von Anne Grabs

März 15, 2009 um 13:32

Das Konzept des Orientierungsstils nach Sorrentino & Roney (EN), Dalbert (DE)

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Im Rahmen der Lehrerstudie die ich derzeit als Studienassistenz erarbeite, beschäftige ich mich mit dem Orientierungsstil nach Sorrentino & Roney (englischsprachiger Raum) und den Untersuchungen von Dalbert (deutschsprachiger Raum). Das ist eine ganz spannende Sache und ich wage die Hypothese, dass es da einen Zusammenhang zwischen Digital Natives und dem Orientierungsstil der „Ungewissheitsorientierung“ gibt.

Der Orientierungsstil lässt sich nach Richard M. Sorrentino und Christopher J. R. Roney in Gewissheitsorientierung und Ungewissheitsorientierung einteilen. Nach deren Auffassung ist es eine Theory des Ausgleichens bzw. des Selbstregulierens, die behauptet, dass Menschen sehr unterschiedlich beim Umgang mit Ungewissheit/ Verunsicherung sein können. Der Orientierungsstil beeinflusst uns bei der Auswahl von Situationen. Ist man eher unsicher (gewissheitsorientiert) meidet man neue Situationen. Ist man risikobereit (ungewissheitsorientiert) ist man offen für neue Informationen. Dies wirkt sich darauf aus wie ich letztlich neue Informationenen in der Situation aufnehme, verarbeite und wiedergebe. Sorrentino & Roney beschreiben die Ungewissheitsorientierung als „eine Informationsvariable, welche sich aus der Ungewissheit, den Ausgang einer Handlung betreffend, ergibt“ (1986, zitiert nach Martinek, 2007).  Je nach Orientierungsstil wird mit neuen Informationen unterschiedlich umgegangen:

  • bei Ungewissheitsorientierung: neue Informationen sind anregend, ich kann eine neue Erkenntnis gewinnen
  • bei Gewissheitsorientieung: ich befürchte den Verlust der eigenen Gewissheit

In Ihrem Buch „Die Ungewissheit im Lehrberuf“ stellt Daniela Martinek die Frage: „Was brauchen ungewissheits- und gewissheitsorientierte Lernende?“ (Marinek, 2007, S. 45) und bezieht sich auf die „Characteristics of Educational Settings for Uncertainty-Oriented and for Certainty-Oriented Persons“ nach Kempas, 1994.

Ungewissheitsorientierte Lernende

–> Entsprechendes Lehrangebot

- Wissbegier - hohes Informationsangebot
- Bedürfnis, Klarheit aktiv herzustellen - inhaltliche Auseinandersetzungen (Diskussion & Reflexionen…)
- Wunsch nach Selbstreflexion,
Reflexion in Bezug auf persönliche
Relevanz
- zahlreiche Formen des Feedbacks
- Experimentierfreude,
Risikobereitschaft
- Möglickeiten zu experimentieren und Erfahrungen aus 1. Hand
- Wunsch nach Kooperation - kooperative Lernformen
- Motivation & Entscheidungslust - autonome Handlungsmöglichkeiten (Methodenvielfalt, offene Lernformen, Möglichkeiten der Eigenverantwortlichkeit & Entscheidungsmöglichkeiten)

Gewissheitsorientierte Lernende

–> Entsprechendes Lehrangebot

- Bedürfnis, Ungewissheit zu vermeiden - Orientierung an strukturierter Information & Transparenz
- Aufrechterhaltung von Klarheit - strukturierte Aufgaben & Begrenzung der Informationsfülle
- Selbstkonzept aufrechterhalten - dosierte Kritik
- Wunsch nach routinemäßigem
Handeln
- Einführen von Routinen basierendauf klaren Regeln und Prinzipien
- Tendenz zu selbstorientiertem
Lernen
- individuelle Lernformen & kompetitive konkurrenzbetonte) Situationen
- Motivation & Entscheidungsunlust - strukturierter Handlungsspielraum (schrittweises Vorgehen, Übungsmöglichkeiten, Begrenzung der Entscheidungssituationen)

Nun kommt hinzu, dass der Lehrer selbst ungewissheits- oder gewissheitsorientiert agieren kann. Für einen ungewissheits-orientierten Schüler, der sich nach Exploration und offenen Strukturen sehnt, kann sich der Unterricht bei einem gewissheitsorientieren Lehrer entsprechend negativ auswirken. Wobei widerrum gewissheitsoriente Schüler in den Strukturen und genauen Vorgaben dieses Lehrers besser zurechtkommen. Dennoch sind nach dieser Theorie beide „Lerntypen“ zu gleichen Teilen vertreten. Die Frage ist, wie Lehrer damit umgehen können.
Desweiteren wurde in einer Längsschnittstudie von König und Dalbert ein positiver Zusammenhang bei Ungewissheitstoleranz (man ist eher ungewissheitsorientiert, risikobereit) und Befinden bei Lehrerinnen und Lehrern festgestellt werden (2004, zitiert nach Martinek, 2007). „Je höher die Ungewissheitstoleranz ausgeprägt war, desto geringer waren die Arbeitsunzufriedenheit, der Leistungsmangel und die erlebte Depersonalisierung der Lehrer/innen“ (Martinek, 2007, S. 48).

Zu meiner Hypothese zu Beginn, möchte ich noch ein Zitat von Sorrentino zur Erklärung des Ungewissheitorientierungsstil hinzuziehen:
„Self-assesment, social (and physical) comparison, causal searches and attribution, possible selves, self-concept discrepancy reduction, self-confrontation, social justice, and the equity are all common characteristics in this person“ (Sorrentino & Roney, 1999, S. 4).
Was heißt das für meine Hypothese? Unterstellt man den Digital Natives das sie eher ungewissheitsorientiert sind, so dienen die vielfältigen Informationen, die sie täglich über das Netz aufnehmen dazu das Unbekannte, aber auch sich selbst zu verstehen. Neue Informationen bieten die Möglichkeit den Erkenntnisdrang nachzugehen. Ungewissheitsorientierte sind außerdem neuen Ideen und Überlegungen gegenüber offen und tendieren zu toleranten Einstellungen.
Könnte ein interessantes Thema für meine Bachelorarbeit sein…