Archiv für die Kategorie ‘stuff’
Wall-E & Eve

via @ibo
How to work better.

gefunden bei Mark Barky http://www.flickr.com/photos/barkaway/
work-life-balance und down-shifting
Die Begriffe sind zwar etwas denglisch, aber mit work-life-balance und down-shifting werden neue Konzepte Lebensgestaltung beschrieben, die für mehr Qualität und Gesundheit sorgen sollen. Auch wenn ich keine genauen Statistiken kenne, Burnout entwickelt sich zur neuen Volkskranheit, weshalb ich auch die „Initiative für (mehr) Solidarität mit Burnoutbetroffenen“ der burnout.net unterstütze. Unter alistapart.com habe ich einen ganz interessanten, aktuellen Artikel gefunden. Wendy Wickham schreibt in Ihrem Blog am 5. Mai von ihrem Social Media Burnout und verabschiedet sich vorerst vom Socializing (am 6. Mai findet sich jedoch schon ein neuer Blogpost).
Warum Burnout keine reine Manager- oder Lehrerkrankheit mehr ist, darüber kann jeder mal selbst nachdenken. Ich habe da meine eigenen Auffassungen darüber. Es ist sicher ein Mix aus zu wenig persönlichem, ehrlichen Austausch und Achtsamkeit untereinander und gleichzeitig dem Dasein in einer schnellen, globalisierten Welt. Auch wenn das Social Web den „Weg des Miteinanders“ geht, wie die Beispiele betterplace.org, utopia.de, webenin oder SocialBlogger.de u.v.m zeigen, sind wir doch alle allein, oder nicht?

work-life-balancing bedeutet die Vereinbarkeit von Familie, Beruf (und Freizeit). Damit einher gehen laut Studien der OECD die Familienfreundlichkeit der Unternehmen, das Rollenverständnis von Frauen und Männern, Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten und und und. Man könnte meinen, dass das heute sehr viel einfacher, vor allem in der Dienstleistungsbranche (Internet) sein müsste, doch oftmals machen es auch bürokratische Hindernisse schwer dies zu vereinen.
down-shifting ist ein recht junger Begriff und beschreibt die Abkehr vom Materialismus hin zum Einfachen Leben. Die Kritik an der Reizüberflutung und Schnelllebigkeit stehen dabei im Mittelpunkt. Down-shifting gilt auch als Chance in der Krise, da man weniger Zeit für die Arbeit verwenden und sich somit seinen Interessen oder stärker seiner Familie widmen kann.
Auch wenn ich oft meine Schwierigkeiten mit Salzburg und Österreich habe (Konservativität und Trachtenmode : ) sind die Natur und die Berge eine wirkliche Bereicherung für mich und mein Leben. Ich kann wirklich sagen, dass sich meine Lebensqualiät durch die Natur verbessert hat. Erst am Sonntag war ich in Südtirol auf 2700 Metern (Kempspitz), dank Sonja, die uns ihre Heimat gezeigt hat. So weit oben wird alles relativ. Du brauchst kein Geld, weil du keins ausgeben könntest. Du schaust in die weite Bergwelt und stellst fest, dass deine Probleme doch kleiner sind als du dachtest.
Nur eines stört mich am Berggehen in Österreich. Österreicher bringen es wirklich fertig „Bergheil“ am Gipfel zu sagen. Sorry Leute, aber das geht gar nicht. „Bergfrei“ heißt die deutsche Alternative.
neue Website für Christina und Isabella – mobiletierpraxis.at
Seit einigen Wochen ist sie nun online: Die Mobile Tierpraxis von Christina und Isabella. Wäre Christina nicht meine Freundin, wüsste ich auch nicht, dass es Tierhomöopathie gibt, obwohl das Thema ja sehr spannend ist. Auf der Website www.mobiletierpraxis.at kann man alles ganz genau nachlesen. Akupunktur, Laserbehandlung, Ernährungsberatung usw. Die Website haben wir mit Jimdo gestaltet und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Auch in Richtung Suchmaschinenoptimierung bietet Jimdo Möglichkeiten zur On-Page-Optimierung. Danke an dieser Stelle auch an Hendric Rüsch, der uns beraten und geholfen hat.

Die Mobile Tierpraxis muss sich noch einen Namen machen bzw. bekannter werden. Deshalb bitte ich jeden, der diesen Eintrag liest: Bitte Weitersagen, Weiterempfehlen, Twittern, Bookmarken, Facebooken usw.
Christina und Isabella wünsche ich weiterhin viel Erfolg!
von open content und open education
„Für alle diejenigen die ‘open content’ unterstützen, müssen wir einfache Bedingungen schaffen!“ So in etwa übersetze ich das Zitat von David Wiley, den ich als Bildungsrevulotionär beschreiben würde und als Vorbild für „open education“.
If we (the „experts“) can’t explain why content is relevant to learners’ lives, can we really expect them to get excited about learning it? (via Twitter)
Mit „Hacking Education“ entsteht seit einigen Wochen ein Projekt, was sich für freie und offene Bildung einsetzt, eine Bildung ohne Bildungsinstitutionen, aber mit den Möglichkeiten und Tools des web2.0.
Zitat: „Alles Wissen, das nicht geteilt wird, ist jetzt schon vergessen. Alles Wissen, das nicht im Web ist, ist jetzt schon vergessen.“
Die dazugehörige Unkonferenz findet am 22. Oktober in Berlin in der Homebase statt.
Diese Woche ist auch ein Paper von einer Expertenkommission des BMBF zur Medienbildung mit dem Titel „Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur“, die betont wie wichtig es ist, dass Kinder und Jugendlich Medienkompetenzen erlernen. Zitat: „In diesem Sinne richtet die Kommission den eindringlichen Appell an den Bund, die Länder und die Sozialpartner, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten Bedingungen für eine systematische und nachhaltige Entwicklung von Medienbildung als integraler Bestandteil von Allgemeinbildung und wichtige Voraussetzung für die persönliche Entfaltung von Berufs- und Ausbildungsfähigkeit zu schaffen.“ Medienkompetenz ist damit keine hinreichende, sondern eine notwendige Fähigkeit, um im Beruflichen als auch privat zu wachsen. Ich finde diese Betonung sehr wichtig, denn ich kann mir wirklich nicht ernsthaft vorstellen, dass die Communities in 10 Jahren ausgestorben sind.
Außerdem habe ich diese Woche von Chris Messina’s „The open, social web“ gelesen, indem er beschreibt was mit Offenheit gemeint ist und was es benötigt, geht auf Beispiele im web2.0 ein usw. Das schönste Zitat ist: „You can’t have „social“ without „society.“ Was im Social Web passiert, ist die Verlagerung von sozialen Beziehungen in den Kulturraum (ja ich sage es) Internet. Auch ein wichtiger Hinweis in Bezug auf Social Media Marketing.
Lawrence Lessig hat vor kurzem sein Buch „Remix“ zum freien Download zur Verfügung gestellt. Ich habe mir mal alle 352 Seiten ausgedruckt und mit dem Vorwort begonnen. Lawrence Lessig stellt sich zu Beginn die Frage, ob es schlecht für unsere Kinder ist, wenn sie als Kriminelle behandelt werden, für Dinge die am Ende „Alle“ tun. Das Buch handelt von Creative Commons, openess, creativity usw.
Und zu guter letzte möchte ich über sofatutor.com – „Eine Videoplattform für angenehmes Lernen“ schreiben. Ich finde, es ist weit mehr als nur angenehmes Lernen. Hätte es so etwas früher gegeben, hätten sich alle Sorgen wegen den Mathenoten in Luft aufgelöst (Ich hatte die zum Glück nie). Bei sofatutor gibt es jetzt über 1000 Mathevideos, wo wirklich engagierte Leute Videos über mathematische Formeln usw. drehen und online zur Verfügung stellen. Absolut genial! Ich habe es erst gestern meiner Freundin empfohlen, die am Montag ihre Matheprüfung macht und damit sehr gut lernen kann. Besonders viele Videos sind von Martin Wabnik zu finden, dem ich an dieser Stelle ein Kompliment für sein Engagement aussprechen möchte. LG an die Betreiber Alex und Stephan!
Solche und noch viele weitere Projekte zeigen wie großartig und sinnvoll open education und open content ist!
Miteinander Reden: Schulz von Thun
Direkt nach dem Educamp hieß es für mich letzten Montag auf nach Berndorf zum Uni-Seminar „Kommunikation und Präsentation“. Leider war das mobile Internet dort so schlecht und langsam, dass ich dem Web den Rücken kehren musste. Außerdem war das Seminar sehr kompakt. Die wichtigsten Inhalte waren die Erkenntnisse von Schulz von Thun auf Basis seiner drei Bände „Miteinander reden 1,2,3″
1. Die acht Kommunikations-Stile nach Schulz von Thun:

2. das Quadrat der Nachricht nach Schulz von Thun
(mit vier Mündern sprechen, mit vier Ohren hören):

und
3. Wertequadrate nach Schulz von Thun

Am Beispiel „Vertrauen“ würde das Wertequadrat folgendermaßen ergeben:
oben links: Vertrauen
positver Gegenwert, oben rechts: Vorsicht
unten links, negative Übertreibung: Naives Vertrauen
unten rechts, die negative Übertreibung von Vorsicht & das Gegenteil von Vertrauen: Misstrauen
Sinnvoll wird nach Schulz von Thun ein „Mischpult“ zwischen den Werten Vertrauen und Vorsicht erachtet.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass jeder Kommunikationsstil gewisse (positive) Werte mit sich bringt – auch der aggressiv-entwertende Stil (z.B. Durchsetzungsfähigkeit). Man sollte versuchen sich der positiven Werte aller acht Kommunikationsstile zu bedienen. Plus die eigenen, ganz persönlichen Werte, die jeder Mensch aufgrund seiner Sozialisation hat, in seinen Kommunikationsstil einfließen lassen.
Nachdenken über Globalisierung und Massenproduktion
Irgendwie habe ich diese Woche viel über Globalisierung nachdenken müssen. Unser Afrika Projekt hat für mich bewiesen, dass wir gemeinsam – also insofern global – etwas auf gemeinnütziger Ebene erreichen können. Ulrike, Alexander und Tim betonen jedoch, dass die Umsetzung vor Ort und der Kontakt mit den Menschen wahnsinnig wichtig waren/sind.
Ibo von sevenload hat am Donnerstag Kernaussagen zu einem Globalisierungsgespräch getwittert (merci
. Ein Zitat, worüber ich nachdenken musste, war u.a. „Der Weg, den Armen zu helfen, ist mehr Globalisierung, nicht weniger“. Mh, da fiel mir sofort Korruption und Ausbeutung ein. Und dass man eigentlich Ländern der Dritten Welt und Schwellenländern dabei helfen sollte, sich selbst zu helfen, also in ihrem eigenen Land Werte zu schaffen.
Parallel dazu ist letzte Woche auch das Buch „Marke Eigenbau“ von Holm Friebe und Thomas Ramge zu Hause eingetrudelt. Was genau DIE Marke Eigenbau ist und wie sie sich in den letzten Jahren entwickelt hat, erklären die Autoren sehr schön auf der Website der Marke Eigenbau unter www.marke-eigenbau.org, gespickt mit Videos und Blog. Ich erspare mir also das hier noch lang und breit auszuformulieren. Es geht darum Unikate selbst zu erschaffen, im kleinen Rahmen, nicht auf Masse, eher Klasse. Zu Beginn erläutern sie wie die Massenproduktion und der Massenkonsum entstanden ist und warum nun die Rückkehr auf das Eigene, selbst Erschaffene stattfindet.
Ich habe den Eindruck, dass der Trend zum ‘Selber Machen’ und ebenso die Neudefinition von Arbeit dazu dient, Dinge die wir selbst erschaffen, richtig zu attributieren, Stichwort Selbstorganisation. Am Ende des Tages möchte ich wissen und sagen können, was ich erschaffen oder vorangebracht habe und eben nicht nur „ein Rädchen im Getriebe“ sein. Dies geht auch in Richtung Individualisierung und somit auch zur Abgrenzung von Massenprodukten und vom Mainstream. Und dann hat diese Entwicklung noch ein zweites Moment, ein soziales. Wenn Marke Eigenbau nicht auf Masse ausgelegt ist, strebt es auch nicht nach Gewinnmaximalisierung. Eine andere Logik ist hier vorzufinden. Beispielsweise werden bei armed angels (social fashion -> habe ich hier schon einmal drüber geschrieben) diese ’sozialen Elemente’ eingebaut, da die Ware zum einen fair trade (ökonomischer Aspekt) unterstützt, nur reine Baumwolle (ökologischer Aspekt) verarbeitet wird und ich als Käufer entscheiden kann, in welches soziale Projekt ich einen Euro des Kaufpreises investieren will. Mit der neuen Frühjahrsputzaktion sollen alte Klamotten nicht weggeworfen, sondern recyceld werden (-> Abkehr von Wegwerfgesellschaft).
An dieser Stelle kommt mein zweites Zitat von Jean Ziegler (UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung), der in dem Film „We feed the world – Global essen“ sehr treffend zum Ausdruck bringt, was das eigentliche Übel des Kapitalismus wie wir ihn heute vorfinden, ist: „Profitmaximalisierung, ist die mörderische Strategie der Konzerntyrannie auf dieser Welt!“ Ich habe mir aber die Mühe gemacht diesen Beitrag aus dem Film zu transkripieren:
„Freihandel hat mit Freiheit ¸berhaupt nichts zu tun, das ist eine riesige Lüge! Es ist die Freiheit des Raubtiers, im Dschungel, wenn Nestlé zum Beispiel gegen ein afrikanisches Bauernsyndikat antritt, ist das wie, wenn der Boxweltschwergewichtsmeister Mike Tyson in den Ring geschickt wird gegen einen arbeitslosen Bengalen – ausgehungerten Bengalen. Und die Konzerne, die MACHT der Konzerne, heute auf dieser Welt drückt sich aus in EINER Zahl, die die Weltbank letztes Jahr publiziert hat: Im letzten Jahr sind 52% des Weltbruttosozialprodultes – d.h. alle auf der Welt produzierten Reicht¸mer in einem Jahr – kontrolliert worden von 500 WELTKONZERNEN. Und diese Weltkonzerne die funktionieren nur nach PROFITMAXIMALISIERUNG. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern, der fast 300.000 Angestellte hat, auf den 5 Kontinenten tätig ist, über 8000 Marken kontrolliert, ist Nestlé. Nestlé wird geführt gegenwärtig von einem sympathischen, braungebrannten österreicher, der aber wiederumgehorcht der internen Logik des Konzerns, nämlich: ‘der wertneutralen Profitmaximalisierung‘.Und wenn er nicht jedes Jahr neue astrologische Werte für die Profite, für die Aktionäre schafft, dann ist er weg vom Fenster. Dann hilft ihm seine riesige Macht die er heute hat über hunderte von Millionen von Menschen auf dieser Welt überhaupt gar nichts!
Profitmaximalisierung, ist die mörderische Strategie der Konzerntyrannie auf dieser Welt!
Fazit: An dieser Stelle komme ich zu dem Schluss, dass ich Marke Eigenbau einfach super finde, aber ich glaube wir brauchen in Zukunft Ordnungssysteme wie wir die Fülle an individuellen Angeboten und Unikaten doch wieder ordnen können, damit auch jedes Produkt an den Kunden kommen kann, ansonsten wird es sich viral verbreiten und dann wird es wieder Gewinner und Verlierer geben. Zum Kapitalismus möchte ich sagen, dass ich ihn grundsätzlich nicht ablehne. Vielleicht steckt in mir als Ossi so etwas wie ein kommunistischer Kapitalist. Ich glaube daran, dass wir Werte schaffen müssen, wäre aber für eine gerechtere Verteilung.
Dominos Eigentor
Disgusting Dominos People
Ach du meine Güte. Frage mich ernsthaft wie die Leute von Dominos auf die Idee gekommen sind das online zu stellen? „Do it again, do it again!“
Nee also auf die Pizze hätte ich jetzt persönlich keine Lust mehr.Negativ-PR ist schlechte PR.
fundstücke republica09
Jetzt wo die Diskussion um die republica09 sich etwas gelegt hat, möchte ich meine Fundstücke und Links von der rp09 und Berlin posten. Ach ja meine Meinung zur rp09. Ja es war manchmal etwas zäh könnte man sagen, vor allem weil das Internet nicht gefunzt hat. Aber dennoch habe ich ganz viel davon mitgenommen. Zum Beispiel diesen gigantischen Blog mideastyouth.com, der vor allem Menschenrechte, politische Aufklärung und Gleichberechtigung für Frauen in Nahost berichtet. Das war und ist mein persönlicher Favorit des Programms, denn die Autoren müssen täglich damit rechnen, dass sie womöglich ins Gefängnis kommen oder andererseits politisch verfolgt werden. Diese Energie und Mut hat mich sehr beeindruckt.
Viele Themen drehten sich ja rund um das Thema Bildung. Der Schwerpunkt hat mich ein wenig überrascht. Da die Veränderung in der Bildung durch neue Medien mein Thema ist (arbeite seit 6 Jahren mit/im Internet und studiere seit 2 Jahren Pädagogik), kam es mir sehr entgegen. Lisa Rosa sprach in ihrem Beitrag Ne(x)t Generation? Bildung im Übergang von der Arbeitsgesellschaft zur selbstreflexiven Lerngesellschaft von einer Übergangsgesellschaft und forderte eine Lehrerbildung die sich mehr darum bemüht, Lehrer/innen mit Medienkompetenzen und Tools auszustatten. Beim gemeinsam Gespräch sind wir beide zu dem Schluss gekommen, dass es unglaublich schwierig ist, angehende Lehrer/innen für die Neuen Medien zu motivieren. Da ich mich in letzter Zeit auch mit anderen Lehrertrainigs beschäftigt habe, die vor allem versuchen Persönlichkeitsmerkmale zu optimieren, kann ich dazu abschließend sagen, dass es immer schwierig ist Menschen in eine bestimmte Richtung zu verändern, auch wenn klar ist, dass die Optimierung unglaublich wichtig und sinnvoll ist. Liebe Lisa, vielen Dank für deinen Vortrag, den es hier noch einmal nachzulesen gibt:
Was mir bei all dem noch fehlt, ist ein richtiges Konzept. Ich finde, wir sollten nicht wie bisher in der Geschichte der Pädagogik Kinder und Jugendliche (und auch Erwachsene) so behandeln, als wären es kleine Versuchskaninchen, so á la „wir müssen es ausprobieren“. Auch wenn wir in einer Übergangsgesellschaft leben, wo natürlich viel (technisches) ausprobiert wird, sollten im pädagogischen Setting die Rahmenbedingungen so gestaltet sein, dass nicht willkürlich drauflos optimiert und ausprobiert wird.
Im Panel Jugendbildung – soziale Software, Medienbildung 2.0 – Kinder und Jugendliche als Akteure im Netz mit dem Grundschulblogger Martin Riemer als Moderator, Thomas Röhlinger von Radijojo, Daniel Poli mit dem Portal netzcheckers.de und Michael Lange, der uns cyberland.org vorgestellt hat. Die Mehrheit der Teilnehmer im Panel waren der Meinung, dass es sich um tolle Portale für Kinder und Jugendliche handelt, die aber kaum einer kennt. Am Ende haben wir diskutiert, ob sie wirklich so groß wie SchülerVZ & Co werden sollten oder ob es sich einfach um eine wirklich gute Alternative handelt, die vor allem Lehrern und Eltern kommuniziert werden sollte, damit sie sehen, dass es auch sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten im Netz gibt. Ich finde diese Portale gehören unterstützt. Ich bin jedenfalls froh in diesem Panel gewesen zu sein. Vielen Dank!
Und zum Schluss bleibt auch noch der Vortrag von Lawrence Lessig erwähnt, der vielleicht nichts neues war, weil ich ähnlicher Form schon dagewesen und am Ende eine Vortrag zu seinem Buch Remix, aber dennoch hat er meiner Meinung nach etwas ganz wichtiges gesagt. Es ist nicht gut wenn unsere Kinder mit der Angst aufwachsen sie könnten urheberechtlich anbelangt werden, wenn sie etwas kreatives geschaffen haben. Sehr treffend war eigentlich das Beispiel von Radijojo, die erst kürzlich ihren Live-Stream für Kinder!!! wegen Problemen mit der GEMA abdrehen mussten. Einfach nur doof so was.
Baut kleine geile Firmen auf
Erstmals Angebotsüberschuss bei Ausbildungsstellen
Jugendliche haben es dank des demografischen Wandelns jetzt leichter eine Ausbildungsstelle zu finden. Der Geburtenrückgang Anfang der 90er Jahre macht sich jetzt bemerkbar, teilweise werden lt. Berufsbildungsbericht (2009) Stellen sogar nicht besetzt, in West jedoch stärker wie in Ost.
Ich finde es grundsätzlich erst einmal gut für Jugendliche, wenn sie mehr Auswahl haben und nicht mehr mit der Angst leben müssen, was sie nach der Schule machen, wenn sie nichts finden und ihnen somit der Druck genommen wird.
Unterschiede Ost und West
Dennoch haben es Jugendliche in ostdeutschen Städten schwerer. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie beispielsweise die Stimmung in Dresden ist. Jugendliche wandern ab, weil es im Osten keine interessanten und erfolgversprechenden Ausbildungsstellen gibt. Dass nicht jeder Koch, Kellnerin oder Einzelhandelskauffrau werden möchte (die Betonung liegt auf jeder nicht auf den genannten Berufen selbst) verstehe ich. Frauen wandern häufiger ab als die Männer.
Zurückkehrer und Dableiber
Nun könnte man meinen, dass das alles nicht so schlimm ist, denn diese Leute können ja immer noch zurückkehren. Ja, machen sie teilweise auch, aber was man nicht vergessen darf: Die Stadt selbst wird unattraktiv fürs Business. Die Frage ist: Wer sind die, die Zurückkehren und was machen sie letztendlich beruflich? Wenn immer weniger junge Leute Ausbildungen in den ostdeutschen Städten machen – zum einen aufgrund der fehlenden Stellen, zum anderen aufgrund des demografischen Wandels – wird man diese Stadt auch nicht als kreativ wahrnehmen. Am Ende profitieren davon die Weststädte, weil sich die Abwanderer auch dort mit ihrem KnowHow niederlassen. Ob ich in Berlin, Hamburg, Köln oder Dresden gründe, ist ein großer Unterschied.
Die Grundausstattung eines/einer Jugendlichen: Selbstbewusstsein
Was wir meiner Ansicht nach tun sollten, ist: Junge Menschen anstatt mit Sorgen mit einem gesunden Selbstbewusstsein ausstatten, ihnen Möglichkeiten und Raum geben etwas zu schaffen, ihnen Mut machen, neue Firmen zu gründen und sie dabei unterstützen!
Wenn ich mir beispielsweise meine Heimatstadt Dresden betrachte, habe ich nicht den Eindruck dass die Wirtschaft dies nicht schafft. Dresden hat sehr viel Flair und Charme und das nicht nur weges ihres einzigartigen Stadtbildes, sondern vor allem wegen ihrer unkomplizierten, offenen und herzlichen Menschen. Wenn es jedoch um Jobs und Zukunft geht, begegnen mir die Menschen meist etwas frustriert, teilweise zynisch. Andererseits gehen sie auch sehr kreativ mit Negativ-Stimmungen (Hartz IV, Arbeitslosigkeit, Finanzkrise) um, suchen sich neue Tätigkeitsfelder, gründen aus der Not heraus, was ich auch toll und bewundernswert finde. Andere machen wiederum ihr Abi nach, wollen noch mal studieren, scheitern dann aber an den Zugangsbestimmungen der Studiengänge. Eine meiner Freundinnen hat sich unlängst darüber beschwert. Ich zitiere: „Wenn Frau Merkel will, dass wir in der Wirtschaft was erreichen, muss sie uns doch Möglichkeiten geben!“
Funny Van Dannen – Kleine geile Firmen
Freier Bildungszugang
Ein freier Bildungszugang wäre ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. Viele junge Menschen lernen erst über das Studium was in ihnen steckt, können über sich hinauswachsen und entscheiden sich vielleicht, etwas eigenes zu machen.
800 netto bei 40h/Woche
Die Realität ist derzeit eine andere: Eine Kellnerin in Dresden verdient bei einer 40h/Woche 800,- EUR netto, wo sie in Salzburg das Doppelte einheimsen würde, plus Trinkgeld, bei etwa gleichen Endpreisen für Speisen und Getränke (wobei die Einkaufspreise in Österreich wesentlich höher liegen müssten). Darüber sollte man sich doch bitte schön mal Gedanken machen! Wo lag noch mal die Armutsgrenze in Deutschland?








